Der Glücksspiel Effekt – Hilfsmittel beim Hundetraining

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Warum machen Spielautomaten so süchtig? Warum können Spielsüchtige nicht aufhören zu spielen? Wieso spielen manche Menschen tagelange Spiele bis sie es durchgespielt haben? Wieso platzieren Menschen immer noch wetten, wenn sie öfters verlieren als gewinnen? Wie kommt es, dass die Leute um Geld spielen, wenn sie Automatenspiele kostenlos online spielen können? Die Antwort auf dieses Phänomen ist ganz einfach: Der Glücksspiel Effekt. Was genau dieser Effekt bedeutet, wieso wir ihn in uns haben und wie er effektiv im Hundetraining eingesetzt werden kann, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Der Glücksspiel Effekt

Was genau ist dieser Glücksspiel Effekt und woher kommt er? Um den Effekt genauer erklären zu können, müssen wir in der Zeit weit zurückgehen, als die Evolution des Menschen noch in den Kinderschuhen steckte. Der Mensch lebte damals in einer gefährlichen Zeit. Er musste ums Überleben kämpfen, Hindernisse bewältigen und sich anpassen. Dies war sowohl beim primitiven Menschen der Fall, als auch beim Wolf. Nur der Stärkste hat überlebt. Und um der Stärkste und Beste zu werden, brauchte man viel Ausdauer. Man musste viele Male, immer und immer wieder, seine Handlungen wiederholen um das Ziel zu erreichen, die Antilope zu fangen oder das Wasser zu finden. Diese Charaktereigenschaft ist immer noch in uns und in unserem Hund. Wäre man nicht so hartnäckig gewesen, wäre man schon längst ausgestorben. Eine Belohnung, die man erhält, wenn man nach mehrmaligen Versuchen das Ziel erreicht hat, fördert demnach das Streben nach weiteren Belohnungen und aktiviert das Bedürfnis weitere Versuche zu unternehmen um das Ziel zu erreichen. Und genau das ist der Glücksspiel Effekt

Hundetraining mit dem Glücksspiel Effekt

Der Glücksspiel Effekt ist nicht nur für eine Vielzahl von menschlichen Süchten verantwortlich, sondern kann auch als nützliches Hilfsmittel für das Training mit Hunden sein, denn Hunde besitzen ähnliche Veranlagungen wie wir Menschen. Möchte man zum Beispiel mit seinem Hund den Befehl „Sitz“ üben, dann muss man stark darauf achten, wie oft man den Hund belohnt und wann man ihm ein Leckerli gibt. Belohnt man den Hund bei jedem einzelnen Mal, wenn er auf den Befehl „Sitz“ gehört hat, dann wird der Effekt, der daraus entsteht eher schwächer. Der Hund merkt, dass er bei jedem Mal ein Leckerli bekommt und wird in Zukunft vielleicht nicht mehr so stark auf den Befehl reagieren. Viel besser ist es daher die Belohnung in unregelmäßigen Abständen zu verteilen. Manche Male, wenn der Hund auf den Befehl hört sollten daher ignoriert werden. Andere Male jedoch sollte man den Hund belohnen. Die Belohnung muss jedoch in zufälliger und unvorhersehbarer Weise erfolgen. So wird die Antwort des Hundes auf den Befehl „Sitz“ stärker werden.

Der Spieleffekt

Dieser Spieleffekt, der zusammen mit dem Glücksspiel Effekt agiert, ist sowohl Freund als auch Feind. Der Effekt hilft dabei Widrigkeiten zu überwinden und Dinge zu schaffen, vor denen man sonst vielleicht aufgegeben hätte. Auf der anderen Seite hingegen fördert dieser Effekt unerwünschte Verhaltensweisen wie Wetten oder Internetsucht. Den Spieleffekt kann man beim Training mit dem Hund nützlich einsetzten. Durch das Verständnis und die Nutzung des Effekts entsteht ein Vorteil, der notwendig ist um einen Hund gut auszubilden.