Reittherapie – Wie Pferde helfen können

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Therapeutische Maßnahmen mit Tieren sind weithin bekannt. Sehr populär ist beispielsweise die Delfintherapie in den USA, doch hierzulande gibt es eine andere Tierart, die häufig in verschiedenen medizinischen Bereichen hinzugezogen wird, um eine Therapie zu begleiten, nämlich Pferde. Was so eine Reittherapie ist und wann sie eingesetzt wird, kannst du hier nachlesen.

Eine Reittherapie kann bei verschiedenen Krankheitsbildern angewandt werden. Meistens fallen darunter Beschwerden körperlicher oder seelischer Art. Mit dieser Methode können sowohl Kinder als auch Erwachsene behandelt werden. Wichtig zu wissen ist, dass man kein ausgewiesener Reiter sein muss, wenn man mithilfe eines Pferdes therapiert wird.

Die verschiedenen Therapieansätze

Es gibt nicht nur eine Art und Weise, Pferde für die Therapie einzusetzen. Je nach Krankheitsbild gibt es unterschiedliche Ansätze. Ein wichtiges Feld ist das heilpädagogische Reiten. Hierbei spielt die Auseinandersetzung des Patienten mit dem Pferd eine große Rolle, denn er baut auf vielen Ebenen eine Beziehung zu dem Tier auf. Im Grunde besteht die Therapie darin, dass der Patient sich um alle Arbeitsbereiche der Pferdepflege kümmert. Er wäscht und striegelt es, hält den Stall sauber, hilft Mitgliedern oder anderen Patienten auf dem Hof, füttert das Pferd und sitzt natürlich auch ab und zu auf dessen Rücken, um unter Aufsicht leichte Reitübungen zu absolvieren, die keine Reitkenntnisse erfordern. Bei der heilpädagogischen Therapie werden die unterschiedlichsten Rezeptoren angesprochen, sodass es sich um eine umfassende und vielseitig aufzubauende Methode handelt.

Eine andere Möglichkeit ist die Hippotherapie, die hauptsächlich bei körperlichen Beschwerden eingesetzt wird (beispielsweise Lähmungen, Störungen des Nervensystems, Probleme beim Bewegen) und wie eine Physiotherapie wirkt. Nicht jedes Pferd ist dafür geeignet; das Tier benötigt eine spezielle Ausbildung. Im Allgemeinen verläuft eine Therapiestunde so, dass der Patient auf dem Pferderücken sitzt und von dort die Bewegungen des Pferdes vom Becken in den eigenen Körper aufnimmt. Diese Form der Stimulierung hilft beim Gleichgewicht, bei der Haltung und mehr.

Vor allem gelähmte Menschen profitieren von der Hippotherapie. Mithilfe des Pferdes und dem begleitenden Physiotherapeuten können sie ein besseres Gefühl für ihren Körper entwickeln, zwischen Spannung und Anspannung unterscheiden lernen, die vorhandenen Muskeln trainieren und grundsätzlich das Gleichgewicht verbessern. All diese Maßnahmen gehen oft mit einem verbesserten Selbstbewusstsein einher.

Zusatzqualifikation zum Hippotherapeuten

  • Ein ausgebildeter Physiotherapeut kann sich durch eine Weiterbildung zum Hippotherapeuten qualifizieren lassen.
  • Ca. ein halbes Jahr dauert die Schulung, die die grundlegenden und weiterführenden Kenntnisse vermittelt, die für diese Therapieform von Bedeutung sind.
  • Mindestens ein Jahr Berufspraxis als Therapeut und ein Reitabzeichen müssen nachgewiesen werden, um in die Weiterbildung zu starten.
  • Man muss sowohl ein gründliches Wissen über Pferde mitbringen, als auch pädagogische Fähigkeiten an den Tag legen, um später mit den Patienten erfolgreich und individuell arbeiten und diese fördern zu können.

Während der Zusatzqualifikation lernt man unter anderem, wie man Therapiepferde auswählt, welche Besonderheiten die Bewegungsapparate von Pferd und Mensch besitzen, wie die Hippotherapie wirkt, welche Ziele damit erreicht werden können und wie man einen Behandlungsplan erstellt. Wer Physiotherapeut ist und Pferde liebt, für den ist diese Weiterbildung eine großartige Möglichkeit, berufliche Leidenschaft und Tierliebe miteinander zu verbinden.